Review: Stories: The Path of Destinies – Die Trauben sind sauer, sagte der Fuchs.

Auch wenn anthropomorphe Tiere eigentlich nicht so mein Fall sind, haben mich der Artstyle und die Tatsache, dass der Entwickler Spearhead Games aus ehemaligen AAA Game Developern besteht, mich doch davon überzeugt mir Stories: The Path of Destinies einmal genauer anzusehen.

Es ist nur ein Übergang, sprach der Fuchs, als man ihm den Balg über die Ohren zog.

In Stories: The Path of Destinies begleitet ihr den Fuchs Reynardo auf seiner Mission, die Herrschaft des Imperators, welcher ein Frosch ist, und seiner Gefolgschaft aus Raben das Handwerk zu legen. Ähnlich wie in einem interaktiven Buch gilt es an Schlüsselstellen eine Entscheidung über den Fortgang der Geschichte zu fällen. Die Kombinationen aus Entscheidungen ergeben insgesamt 24 verschiedene Erzählstränge, von denen die meisten zu Reynardos Ende führen. Nach jedem Tod startet ihr von Neuem an einem früheren Zeitpunkt und werdet wieder vor die Wahl gestellt, wohin die Geschichte gehen soll, jedoch schaltet ihr immer mehr Entscheidungsmöglichkeiten frei. Lediglich eine Kombination bringt dem Helden das verdiente Happy End.

Die Geschichte(n) des Fuchses werden jederzeit von einem Erzähler erzählt, welcher ähnlich wie in Trine oder Bastion eine unglaubliche Stimmung und guten Humor in die Story bringt. Der Erzähler reagiert auf jede Entscheidung, verteilt Seitenhiebe auf frühere Fehlentscheidungen und macht sogar auf kleine Details aufmerksam.

“Reynardo drehte sich wild im Kreis, was war nur über ihn gekommen?”

Ein großes Problem ist allerdings der oftmals fehlende Zusammenhang zwischen Entscheidungen. Vor allem am Anfang werden in der Erzählung Personen, Orte und Ähnliches zwar erwähnt, aber nicht erklärt. Ob das Ganze einfach ein Manko im Storytelling oder an den wählbaren Pfaden liegt, kann ich nicht genau sagen. Es stört jedoch merklich den Erzählfluss und sorgt stellenweise für echte Verwirrung.

Der Fuchs geht nicht zum zweitenmal ins Garn.

Trotz des grundlegend repetitiven Spielprinzips schafft es Stories  sich nicht zu sehr zu wiederholen bzw. lässt es sich nicht sofort anmerken. Die einzelnen Kapitel sind schön kurz und bieten genug thematische Variation in einem märchenhaftem Grafikstil. Dazu kommt, dass ihr mit jeder neuen Entscheidung, sollte sie euch an einen bereits besuchten Ort bringen, immer einen neuen Blickwinkel auf bereits früher durchlaufene Level bekommt.

Gameplay um des Gameplays Willen

Damit euch bei den 24 Spieldurchläufen nicht die Beschäftigungsmöglichkeiten ausgehen, haben die Entwickler zusätzlich ein Skill- und Crafting-System implementiert und zugleich zusammenhängende Türen eingebaut, welche ihr erst im fortgeschrittenen Spielverlauf öffnen könnt.

Leider sind diese Systeme weder Fisch noch Fleisch: Das Skillsystem klingt auf dem Papier zwar nett, bei der geringen Anzahl von Gegnertypen bringt das Ganze jedoch quasi keinen Vorteil und ist einfach überflüssig. Selbiges Bild beim Handwerk. In jedem Level könnt ihr Materialien sammeln mit denen ihr euer Schwert verbessern oder eine von 4 neuen Schwertarten schmieden könnt. Diese haben im Kampf nur wenig Impact und können ansonsten nur für das Öffnen von den zuvor erwähnten Toren verwendet werden. Hinter den Toren findet ihr dann ausschließlich neue Materialen – ein Teufelskreis.

Dazu kommt, dass ihr nur an Altaren skillen und an Werkbänken craften könnt. Diese sind meist sehr auffällig platziert, werden vom Erzähler ziemlich offensichtlich erwähnt und stören dadurch einfach die Immersion.

Bosskämpfe

Hier ist leider Nichts…  

Wieso? 🙁

Das ist keineswegs ein Fehler im Review, sondern eine ernst gemeinte Frage. Bosskämpfe würden ein gute Abwechslung zu den normalen Gegnertypen bieten und sehr gut zu dem Bewegungs- Kampfsystem passen. Die Möglichkeiten wären quaasi endlos.

Fazit:

Zwar macht bietet Stories: The Path of Destinies eine nette Story mit interessantem Erzählansatz, ein durchaus amüsantes Kampfsystem und eine passende Optik, leider kann ich die Kritikpunkte und fehlenden Bosse nicht ignorieren. Für den derzeitigen Preis von ca. 15€ kann ich leider keine allgemeine Kaufempfehlung aussprechen.

In einem Sale rate ich jedoch jedem, der auf diese Art von Spiel steht und ein paar Stunden nette Unterhaltung sucht, zuzuschlagen.

 

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