Review: Samorost 3 – Von Gnomen, Pilzen und Musik

Gerade wenn man denkt Flashgames wären mittlerweile tot, meldet sich Amanita Design, die zuletzt in 2012 Botaniculum veröffentlichten und unter anderem auch für Machinarium bekannt sind. Denn das Spiel ist im Bezug auf die Animationstechnik in gewisser Weise ein Relikt alter Flashgames Tage, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. 

Samorost 3 – Von Gnomen, Magic Mushrooms und Musik

In Samorost 3 erleben wir als kleiner Austronauten Gnom ohne Namen eine grandiose surreale Reise durch das Weltall und poetischer könnte es nicht sein, denn unser Abenteuer beginnt mit einem Buch aus unserer Sternwarte, welches uns Abenteuer in fernen Galaxien verspricht.

Wie auch in Botaniculum und Machinarium werden nach typischer Point&Click Manier Rätsel gelöst. Diesmal allerdings mit dem kleinen Unterschied das wir eine magischen Trompete haben, die mit der Umwelt und den Bewohnern der Welten interagiert.

Artstyle und Musik Hand in Hand

Der Art- und Musikstil lässt sich nur aus einer surrealen Mischung aus schön und schaurig mit einer gewissen Komponente die ich nicht anders als gestört beschreiben kann.

Der Stil des Spiels erinnert mich in vielerlei Hinsicht an die Psytrance Band Infected Mushroom, die in ihren Albumcovers und ihrer Musik sehr ähnliche Motive verwendet, sowie an stereotypische Darstellungen eines Magic Mushroom Trip; alles lebt, Musik und Visuelles sind quasi untrennbar voneinander und mit den Geistern von Pflanzen und Gegenständen kann man auch reden.

Rätsel & Story

Die Rätsel kann man zwar nur als “nett” bezeichnen, da ihnen die wirkliche Herausforderung fehlt, doch sie dienen meiner Meinung nach eher als Transportmittel für den Artstile und den Soundtrack, wofür sie durchaus brauchbar sind.

So sind die Rätsel leicht, doch der Flow wird meistens nicht durch abwegige Lösungswege unterbrochen. *hust*  Zork *hust* Dazu ist jede Knobelei sehr charmant und resultiert fast immer in einem Siegestanz des kleinen Heldens. Ein großes Manko wenn es um die Denkaufgaben im Spiel geht ist die Backtracking-Gefahr die bei manchen Mysterien entsteht, welche stark demotiviert, ablenkt und schlichtweg nervt.

Die Geschichte hat starke Parallelen mit der Erzählung “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry und erlebt sich ähnlich wie eine Kindergeschichte. Obwohl Samorost 3, wie der Name schon vermuten lässt, der dritte Teil einer Serie war, war es für mich als Neueinsteiger kein Problem mit dem Sequel zu starten.

Fazit:

In gewisser Weise ist Samorost 3 jetzt schon eines meiner Spiele des Jahres.

Trotz dem fehlen einer gewaltigen Story oder besonders kniffliger Rätsel schafft es das Adventure aus dem Hause Amanita Design zu catchen. So saß ich die gesamten 4 Stunden Spielzeit fast durchgehend mit einem grinsenden Gesicht vor dem PC.

Für mich also das perfekte Intermezzo für die ruhigeren Monate des Spielejahres.

Ähnlich wie auch Firewatch ist Samorost 3 definitiv nichts für jeden und sollte bei einem Preis von 20€ für 4 Stunden Spielzeit gut überlegt sein. Dennoch rate ich vor allem Botanicula Fans dem Spiel einen Versuch zu geben.

Eine sehr subjektive 5/5

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