RL.exe –Lasertag

Wenn Realität und CoD ineinander verschmelzen und man feststellt, dass man in seinem Leben doch den ein oder anderen Shooter gespielt hat und nun weiß, wozu das Ganze gut ist, dann ist es soweit, man hat Lasertag gespielt. Ich möchte euch erzählen, wie mein Lasertagerlebnis war und ob ich es euch ans Herz lege oder sage, spielt weiter CoD und co. 

Prepare for the Fight!

Nach dem meine Freunde auf die Idee kamen, Lasertag zu spielen, schauten wir uns in der Umgebung nach passenden Arenen um. Schnell fiel unsere Wahl auf die Lasertag-Area in Troisdorf. Der Preis ist unschlagbar günstig: 2 Stunden spielen für 16,99 Euro. Normalerweise kostet eine Runde Lasertag zwischen 5 und 7 Euro. Eine Runde geht 15 Minuten, weshalb man in  2 Stunden inklusive kurzer Pausen 6 Missionen spielen kann.

Einweisung, Weste, Waffe, Sonderziele

Obwohl uns für die Einweisung nur ein kurzes Video gezeigt wurde, war ich etwas irritiert. Ich bin davon ausgegangen, dass es mehr Counter Strike und weniger Call of Duty ist. Der gute Mann aus dem Video erzählte uns jedoch, dass man bei einem Abschuss 6 Sekunden lang deaktiviert ist und dann wieder ins Spiel einsteigt. Sehr gut, so ist dafür gesorgt, dass man auch wirklich 15 Minuten Spaß hat und nicht durch einen dummen Zufall oder Unachtsamkeit nach einer Minute schon raus ist. Gespielt wurde ein klassisches Team Deathmatch, allerdings gibt es in Troisdorf auch Runden, die FFA sind. Es gab neben den offensichtlichen Regeln und dem Respawn noch ein paar sehr Interessante Spielmechaniken, die dem Spiel eine gewisse Dynamik verleihen sollen. Eine Deaktivierung eines Spielers des gegnerischen Teams bringt 100 Punkte. Allerdings gab es in der Mitte der Arena den “Berg”, eigentlich eher ein Vulkan, der gleich fünf Sonderziele bietet.  Jedes Ziel kann pro Spieler und pro Runde nur einmal deaktiviert werden und bringt 1000 (oder 1500, da waren sich die Videos uneins) Punkte. Diese Ziele sind auf der Map versteckt und müssen erst gefunden werden. Das Deaktivieren der Sonderziele funktioniert ebenfalls mit der Waffe, nach 3 Schüssen sind die Ziele deaktiviert und es regnet Punkte. Doch nicht nur die Punkte sind wichtig. Wenn genug Spieler diese Ziele deaktivieren, bricht der Vulkan aus und feuert in alle 4 Himmelrichtungen Laser ab. Das sorgt für eine kurze Verschnaufpause, da man sich nun problemlos in Deckung begeben kann.

Spezialfähigkeiten

Japp, es gibt Spezialfähigkeiten. Diese klingen im ersten Moment eigentlich auch echt cool, im zweiten habe ich gemerkt, dass sie eigentlich nur nervig sind. Die Spezialfähigkeiten sind gebunden an Level, die man nur steigern kann, wenn man eine Mitgliedskarte für 2,50 Euro erwirbt. Dafür hat man aber nicht nur den Vorteil, dass man im Level aufsteigen kann, sondern man darf auch unter eigenem Nicknamen spielen und kann Achievements freischalten (jaja, ich bin mir sicher, ein 360-No-Scope-Achievement gibt es auch). Unsere kleine Truppe hatte davon noch gar keine Ahnung und spielte deshalb erst einmal ohne Karte und somit auf Level 1. Diese Stufe bietet die Fähigkeit “Schnellfeuer”. Nachdem man 2 Spieler ohne zu sterben deaktiviert hat, wird das Schnellfeuer automatisch aktiv und die Feuerrate der Waffe für eine bestimmte Anzahl an Schüssen erhöht. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die Feurrate ungefähr bei 0,5 Sekunden lag und mit Buff waren wir vielleicht bei 0,3 Sekunden. Klingt nicht signifikant, ist es aber durchaus (an dieser Stelle würden komplexe DPS-Berechnungen stattfinden, aber das spar ich mir mal).

In höheren Leveln gibt es dann noch weitere Spezialfähigkeiten, unter anderem den “Schnelleinstieg”, bei dem man statt 6 Sekunden nur zwei Sekunden auf den Respawn warten muss. Realistisch sind es aber eher 3 Sekunden, weil man dafür einen Knopf etwa zwei Sekunden lang drücken muss. Es gibt aber auch ein Schutzschild, welcher dich 10 Sekunden lang unverwundbar macht und in Verbindung mit Schnellfeuer sehr übermächtig wirkt.

Theorie und Praxis

Ganz ehrlich, Schluss mit der Theorie. Ich möchte euch nun erzählen, wie es in der Praxis abgelaufen ist.

Ich betrete das erste Mal die Arena, schaue mich um, kenne die Map nicht. Der Countdown zählt runter, 5,4,3… ich suche mir mit meinen Freunden Deckung und schaue mich um ob ich Gegner sehe… 2,1 und es geht los. Ich gucke um meine Ecke und aus der Weste ertönt etwas wie “dudududööööööd”. “Oh, ich glaube ich wurde getroffen.” Ich blicke an mir runter und japp, Weste aus. Ich frage mich was da los war, gucke mich noch um und frage mich woher das kam. Ich sehe nichts. “REAKTIVIERT!” Ah, es geht weiter, ich guck wieder an mir runter, ich leuchte, Perfekt!  Schnell versucte ich hinter meine Deckung zu Huschen und zack “dududududöööööö” … schon wieder…

In den ersten fünf Minuten war ich ehrlich gesagt gnadenlos überfordert. Ich hab nichts gesehen, von überall wurde ich deaktiviert und meine Abschüsse hielten sich in Grenzen. Mir fehlte der Überblick, ich war im Kreuzfeuer, ich musste da erstmal raus. Ich nutze die Chance, in der ich zum wiederholten Male deaktiviert war und bin an das andere Ende der Map gelaufen. Ab da lief es ein bisschen besser, die Map an der Stelle war etwas überschaubarer und bot mir einen besseren Rundumblick. Also spielte ich mich ein.

Runde 2

Nach kurzer Zeit lief es deutlich besser. Ich war nicht überragend, jedoch akzeptabel möchte ich sagen. Ab diesem Zeitpunkt haben mich jedoch vor allem Kleinigkeiten genervt.
Kennt ihr diese “Call of Duty”-Taktik, bei der man sich ein Stück Map aussucht und in dem Bereich immer im “Kreis” läuft und alles erschießt. Japp, das gab es hier auch… sie machten auch kein Halt davor, wenn man deaktiviert war und rannten schießend weiter. Es fehlte ein richtiger “Respawn” und ein “wenn du deaktiviert bist, bist du weg vom Spielfeld”. Als mir der Erste mit der Taktik entgegen kam und sowohl Schutzschild als auch Schnellfeuer aktiviert hatte, war ich bedient.

Runde 3

Neues Spiel, neues Glück. Allerdings wurde ich eines Besseren belehrt. Nicht nur “CoD Kiddys” gibt es hier, sondern auch die klassischen Camper. Es gab eine Treppe zu einem Highground, der nur darüber erreichbar ist. Als ich versuchte mich anzuschleichen, um ebenjene Treppe einzunehmen, merkte ich, dass man sich dort offenbar auch zu zweit verstecken kann. Einer deckte die Treppe ab, der andere hat von oben heruntergeschossen.

Langsam machte sich wirklich ein bisschen Frust breit. Die Lösung? Ich stellte mich einfach dazu. Provokant wie ich bin und im Vorteil, dass es eben kein neuen Spawnpunkt gibt, dachte ich mir, wenn ich da stehe und zumindest bessere Reflexe als einer der Beiden habe, kann ich zumindest immer einen erwischen. Gesagt getan, es funktioniert und irgendwann hatten sie keine Lust mehr und haben die Treppe verlassen.

Man wurde besser

Nach ein paar weiteren Spielen war es soweit: ich war drin, merkte, dass ich zu viele Egoshooter spiele und mich zu schnell daran gewöhne. Als ich mich selbst dabei ertappte, die Waffe an der Wange zu halten, um direkt das Auge über dem Lauf zu haben und mich mit leichten Sidesteps nach vorne bewegte, fiel ich fast vom Glauben. Haben mir Egoshooter doch was beigebracht? Ich bemerkte auch, wie sich meine Schüsse drastisch verbessert haben. Irgendwann habe ich die Leute an der Treppe immer mit einem Schuss auf deren Waffe deaktiviert. Wenig später habe ich auch auf Steps gehört ud auf den Wände nach Reflektionen Ausschau gehalten, um meinen Gegnern einen Schritt voraus zu sein. Schüsse aus der Hüfte wurden ebenfalls immer besser und präziser. So machte das Spiel dann doch ein bisschen mehr Spaß.

Fazit

Tja… das ist wohl der Teil, der mir am schwersten fällt. Ich muss zugeben, dass mich auch in den Folgerunden, die Camper und “CoD Kiddys” gleichermaßen frustrierten. Spaß hat es aber irgendwie doch gemacht. Ich denke, gerade hier ist der Spielspaß sehr stark von einem selbst abhängig. Ich bin eigentlich jemand, der immer versucht, kompetitiv gut zu sein. Daher frustriert mich sowas immer schneller als Andere. Allerdings war das “Matchmaking” hier auch wirklich wie in einer “CoD Lobby”: von herumschreienden 12-jährigen, über Vater mit Tochter bis hin zu jemanden, der Kollegah sehr ähnlich aussah, war hier fast alles vertreten. Man kann sich hier halt schlecht eine neue Lobby suchen. Alles in allem würde ich euch Lasertag trotzdem ans Herz legen. Sucht euch ein paar Freunde, eine passende Arena in der Nähe und probiert es einfach mal aus.

P.S. Ich habe mit Absicht nichts von meinem Muskelkater erzählt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.